Sonntag, 25. Dezember 2011

Museumsinsel


Was ich bei weihnachtlicher Übernachtung in meinem alten Kinderzimmer gefunden habe:


-Ein Fässchen Batman-Tinte
-Ein Foto von mir als kleiner Mensch
-3 Packungen Esbit inkl. Miniofen
-Einen Bierbembel mit dem Aufdruck „REVOLUTION“
-14 Pelikan-Mini-Tramp Bücher für die Lektüre unter dem Schultisch (darunter mein Lieblingsband „Sein erster Jaguar“)
-Ein frühes Selbstportrait
-Einen Fotoband über nationalsozialistische Vernichtungslager
-Konspirative Aufzeichnungen auf essbarem Papier
-6 französische Telefonkarten und ein Pfeifenbesteck in einem Etui
-Einen geöffneten Commodore 64 mit aufgelötetem Turbo-Modul
-Ein chinaseidenes Tagebuch meiner Schwester
-Eine künstliche Zigarette, die beim daran Ziehen weiß qualmt
-Ein Kinderbuch, das mit "Als Birne, wie wir wissen, ihre allumfassende Weltherrschaft ausgerufen hatte..." beginnt und mit dem Satz "Je größer das Gehirn, desto schneller arbeitslos." endet.

 
Was meine Hündin unterdessen dort gefunden hat:

-2 Tennisbälle
-1 Softball
-1 Jojo

Kommentare:

lenikowski hat gesagt…

Ich will Fooootos. Von allem. Außer von dem Nazilager-Bildband ...

Anonym hat gesagt…

Eine solche Museumsinsel gibt es nur in Filmen und netten Abenteuergeschichten. Im wahren Leben gibt es diese Museen der Kindheit und Jugend nicht - oder aber Sie, lieber Autor, werden von Ihren Eltern viel mehr geliebt als alle anderen mir bekannten Menschen.
Jedenfalls fühle ich mich zutiefst von meinen Eltern verraten, sollten Sie tatsächlich diese Schätze in einem real existenten Jugendzimmer gefunden haben.
(In diesem Fall würde mich der Neid mit einem Happs auffressen.)

Des_Esseintes hat gesagt…

Tatsächlich findet sich da noch sehr viel mehr und anderer Kram: Chemie- , Physik, Elektrobaukästen, ein selbst zusammen gelöteter Synthesizer, der mit einem Metallstift spielbar ist, ein Wikingerschiff, ein 1-Million-Mark-Schein aus dem Jahr 1923...
Muss ich bei Gelegenheit wirklich mal fotografieren, bevor's doch noch weggeworfen wird. :)

Anonym hat gesagt…

Ein selbst zusammengelöteter Synthesizer - das ist vielleicht dann doch unglaubwürdig. :-)

Anonym hat gesagt…

Wenn man den Verfasser persönlich kennt, lässt sich die Aussage über die Anwesenheit eines selbst zusammengelöteten Synthezisers nicht im geringsten anzweifeln;-)

Des_Esseintes hat gesagt…

Da wollte ich gerade eine Entgegnung schreiben und lese, dass mir schon jemand zuvor gekommen ist :-)
Zur Erklärung: das Ding verfügt nur über eine Oktave, acht Töne, keine Halbtonschritte (sehr unpraktisch!), die Klangerzeugung ist jeweils über verschiedene Widerstände realisiert und ist nicht sehr genau, dazu noch abhängig von der Umgebungstemperatur.
Sicher kein Premium-Instrument, aber es kommen Töne raus, die synthetisch erzeugt werden...

Rabenstein hat gesagt…

Nicht schlecht, das Kinderzimmer steht wirklich noch? Schöne Erinnerungen, schöne Momente. Der Commodore feiert heute übrigens seinen 30sten Geburtstag!
Beste Grüße