Mittwoch, 14. September 2011

Gegen den Strich

Nachts, wenn im Dorfe alles schläft, brennt noch das Licht im Chateau de Blog. Man sieht livrierte Diener lautlos gleiten und die Liqueurorgel befüllen, die safrangelben Balsam auf die Zunge träufelt. Über den schweren roten Teppich kriecht unterdessen eine mächtige vergoldete und mit Edelsteinen besetzte Schildkröte. Auf den Wegen im Park wird von dienstbeflissenen Lakaien Kohlepulver ausgestreut und die Brunnen werden mit schwarzer Tinte gefüllt, während der Herr im violetten Samtanzug die Hand um den Knauf des silbernen Stocks schließt und den Blick über das Anwesen schweifen lässt, in Gedanken an die Passagen bei Les Halles, die er als junger Mann durchstreifte.
Die schwarzen Kerzen flackern vom bald schon müden Wind und tief unten in den Kellern ist man damit beschäftigt, die Dunkelheit zu verwalten. Aus den Gewölben dringt Musik an die Ohren des Herrn, der kurz innehält im Gedanken an die Nichtigkeit und lächelnd flüstert:

"I tried to tell her
about Marx and Engels
God and Angels
I don't really know what for
But she looked good in ribbons..."

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und wieder Sisters of Mercy :) Nice. Meine Kommentare sind übrigens gar nicht sentimental :D

Anonym hat gesagt…

Nicht all deine Kommentare :D

Anonym hat gesagt…

Wenn die Nacht sich über die Dächer der Häuser legt muss ich heimatlos im Leeren irren, weil es keinen Ort der Heimat für die Ruhelosen geben kann. Die ungewollte Einsamkeit überwältigt einen und das Dunkel der Nacht erfüllt die Seele mit Traurigkeit. Bei Tagesanbruch verblasst der Schmerz und hält mich doch unweigerlich in seinem Bann, denn es gibt kein Entrinnen am Ende der Ewigkeit.

Des_Esseintes hat gesagt…

Jetzt hab ich zumindest Anonym 1 und Anonym 2 identifizieren können, meine Damen!

Anonym2 hat gesagt…

hihihihihi

Anonym hat gesagt…

Sehr clever kombiniert :)

Anonym hat gesagt…

Sehr clever kombiniert :)

lenikowski hat gesagt…

Ich bin entlarvt ^^