Sonntag, 11. September 2011

Wittgensteins Leiter

"Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie – auf ihnen – über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig."

L.W., Tractatus

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es muss immer Leitern geben, die uns Hindernisse überwinden lassen. Vielleicht ist dieses Dasein wie das "spannende"(;-) Leiterspiel, mal rauf mal runter, aber am Ende erreicht nicht der Schnellste das Ziel, sondern der, der den besten Wurf zur richtigen Leiter gemacht hat. Welches aber der beste Wurf sein wird, hängt von der Position jeden einzelnen Spielers ab und kann nicht pauschal festgeschrieben werden. Manchmal schaut man verdutzt, wenn man zurück geworfen wird und doch kann ein Zurückgehen der sinnvollste Schritt sein. Vielleicht sollte man nicht, wie Wittgenstein vorschlägt, die Leitern wegwerfen, denn so mancher Weg könnte eine Sackgasse sein, die nur durch Rückwärtsgehen überwunden werden kann.

Des_Esseintes hat gesagt…

Dies alles setzt voraus, dass es sich um ein Spiel handelt. Ein Spiel kann nicht existieren ohne Regeln.
Ich frage mich, ob Wittgenstein Erkenntnis und (Aussage-)Logik als Spiel auffassen konnte.
Als Sprachspiel selbstverständlich - "die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt" - die Sprache begrenzt das Spielfeld, und was wir gegeneinander spielen ist Sprache.
Das ist der Grund, warum wir nur schweigend gewinnen können.

Rojiblanco hat gesagt…

Der Sieg des einen ist jedoch immer die Niederlage des anderen!

Ob im Spiel oder im Leben.

Ansonsten können wir ja auch einmal...
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