Donnerstag, 29. September 2011

Systemzeit

Ich hätte in Hotels gelebt
mit schweren englischen Vorhängen
und hohen Fenstern
jede Nacht das Zimmer gewechselt
das elektrische Licht gelöscht
die Jugendstilmöbel hätten ausgesehen
wie damals in Bruxelles
vor der Flut

Und Maldoror, mein Liebster,
hätte die Wunden geöffnet,
um die Sterbenden zu kosen

Doch jetzt ist jetzt:
An einem Tag der Schatten
Bist du frei?
Im letzten Bogenstrich der Fuge
wo das Interstellare ausfranst
such ich Freiwillige für den Galgen
Die Wellen schlagen ans Nachtschiff
Hammerschläge der Armut

Es gibt kein Vermächtnis
und aus Glas ist die Hoffnung der Kinder

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://www.youtube.com/watch?v=LuSAett-H2I

Anonym hat gesagt…

Er hängt an keinem Baume,
er hängt an keinem Strick.
Er hängt nur an dem Traume
der deutschen Republik.

FREIHEIT

Des_Esseintes hat gesagt…

Gut, dass Sie nur den Refrain des Heckerliedes zitieren. Die Radikalität des restlichen Textes würde mich in Angst und Schrecken versetzen ;-)

Anonym hat gesagt…

Kein Grund zur Beunruhigung. Auch für mich ist der übrige Text zu blutrünstig. - Aber ich liebe den unerschütterlichen Glauben an die eigene Sache, der durch den Refrain ausgesagt wird.

Des_Esseintes hat gesagt…

"Wenn du Gewehr und Axt,
Schlachtbeil und Sense packst,
Zwingherrn den Kopf zerhackst.
Brenn alter Mut!"

Was soll denn daran beunruhigend sein?

Anonym hat gesagt…

Vielleicht sollte ich mich doch schämen und jegliche Radikalität in Zukunft meiden.
Und doch finde ich, dass man Machtstrukturen aufbrechen sollte (rein metaphorisch gesprochen). Dafür braucht es ja nicht gleich ein Gewehr oder eine Axt. Die schärfste Klinge ist ohnehin das Wort.
;-)

Des_Esseintes hat gesagt…

Wüsste nicht, was schlecht ist an Radikalität... Der meist abwertende Gebrauch täuscht doch etwas. Oft sind grundlegende Änderungen (auch gesellschaftlicher Herrschaftsordnungen), die einzig sinnvollen. Radikalität hat nichts mit Gewalt zu tun.