Sonntag, 3. Juni 2012

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Der helle Schlaf in blauem Morgen, eben noch raus an den See, die träumenden Enten erschrecken und mit Kreide Licht auf die Wege malen, vor dem Tagesanbruch weglaufen, die alte Dunkelkammerleuchte bemühen und an einen heißen Julitag denken, an eine Nacht ohne Ende, die man über ein Notizbuch gebeugt in einer staubigen Scheune zu Papier bringt.
Die Schritte und Kinderschuhe mit gebrochenen Sohlen, das Archiv aus lauter Gestern, wo Tage wie Dominosteine Spalier stehen und doch einer heraussticht. Und es gibt Neues und auch Unwiederbringliches, bei dem alle Technologie nichts nützt, die Aufzeichnungen leiser werden, wie durch Jahre verrauschte alte Magnetbänder.
Man trinkt ja aus Prinzip keinen Magenbitter, aber wenn nichts anderes im Haus ist, nun ja, dann könnte man damit vielleicht ein mnemotechnisches Wunder vollbringen, den Gedächtnispalast betreten, die Kette der Augenblicke rekonstruieren, die sich, Herzschlag auf Herzschlag, an dieses unbedingte Gefühl von Abenteuer annähern, welches mir damals, in der Julihitze der alten Waschküche meiner Großeltern im Erinnern den Atem stocken ließ.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Im Winter immerzu von fernen Abenteuern geträumt - den Sommer heiß gelebt - Kindheit in Deutschland

Anonym hat gesagt…

Das ist verständnisloser Unsinn, wer fühlt braucht keine Mnemotik. Gefühle überdauern länger als Sommer oder Winter oder Nacht oder Tag. Das unterscheidet sie von Bilanzen und Quartalszahlen. Eher für Letztere braucht's einen Magenbitter.

Anonym hat gesagt…

Das kann ich nicht nachvollziehen. Warum sollten Gefühle so konstant sein, dass sie Zeiten überdauern? Gibt's da einen Trick, um sie zu konservieren? Muss man sich nicht erinnern, wie man sich irgendwann gefühlt hat?